Baskisches Mobile

für Schlagquartett und Elektronik (2004)

Dauer: ca. 21 min
Uraufführung: Köln, 23.6.2005
GEMA-Nr.: 8905915

Externer Link: Partitur (BabelScores)


In Baskisches Mobile steht das Tamburin, das vor allem in romanischen Sprachen auch als "baskische Trommel" bezeichnet wird, im Zentrum des klanglichen Geschehens. Auf instrumentaler wie auf elektronischer Ebene werden seine Eigenschaften analysiert, moduliert und neu kombiniert. Alle Schlaginstrumente, die in diesem Stück verwendet werden, sind vom Bau des Tamburins abgeleitet, das bekanntlich zwei verschiedene Prinzipien der Klangerzeugung vereint: Über den kreisförmigen Rahmen ist ein Fell gespannt, das angeschlagen werden kann, während gleichzeitig eine Vielzahl von kleinen Metallscheiben den Rahmen bestückt, die beim Anschlagen mitschwingen oder durch Schütteln unabhängig vom Fell zum Klingen gebracht werden können. Bongos, Timbales und Tomtoms erweitern den Aspekt des angeschlagenen Fells, während Becken und Crotales einzelne Metallscheiben quasi "vergrößern" und Rollschellen das charakteristische metallische Schwirren, das beim Schütteln des Tamburins entsteht, variieren und verstärken.

Die elektronischen Klänge sind von Aufnahmen der verwendeten Instrumente abgeleitet. Mit Hilfe digitaler Analyse der Fellimpulse und Metallklänge entstehen mehrdeutige Klänge, mit denen zum Beispiel allmähliche Übergänge zwischen verschiedenen Formen metallischen Schwirrens (Tamburin/Rollschellen) erzielt werden können. Diese klanglichen "Verwandlungen" erzeugen einen Eindruck kontinuierlicher Bewegung. Durch die Anordnung der Musiker und durch Wanderungen der Klänge zwischen den Lautsprechern wird diese Bewegung auch in den Raum projiziert, so dass eine Art musikalische Raumskulptur entsteht.