Temperierte Fluten

für Klavier (2005)

Dauer: 12'00"

Uraufführung: Berlin, 13.06.2006

GEMA-Nr.: 9378309

Spätestens seit Liszt beschäftigen sich Komponisten mit den "feuchten" Eigenschaften des Klavierklangs, von seinen Wasserspielen der Villa d'Este bis zu Nonos durchlittenen heiteren Wellen. Sicher wurde dies erst möglich durch die Entwicklung des modernen Flügels mit seinen extrem komplexen Resonanzeigenschaften, die im Detail äußerst schwierig mathematisch zu beschreiben sind – ein guter Grund übrigens dafür, den Flügel nicht durch digitale Simulakren zu ersetzen.

Dieser irrationale Aspekt steht in scharfem Gegensatz zum Stimmungssystem des Instruments: Die gleichschwebend temperierte Stimmung ist ein wichtiges Mittel zur rationalen Beherrschung des Tonraums, der in exakt gleiche kleinste Einheiten unterteilt wird.

In Temperierte Fluten treten Elemente einfach aufzufassender Ordnung (Quartschichtungen, Periodizitäten) mit komplexen Schwebungen, klanglichen Aufschaukelungen und anderen nur qualitativ zu begreifenden Phänomenen in Wechselwirkung.